„Zwei an der Donau“
Ein Gebäudeensemble für eine Familie im Donautal
Das Wohnhaus „Zwei an der Donau“ hat einen Architekturpreis gewonnen. Es wurde von der Jury unter die „50 besten Einfamilienhäuser 2024“ gewählt. Vielen Dank dafür!
Zwei an der Donau
Ein Gebäudeensemble für eine Familie im Donautal
Der Name „Zwei an der Donau“ bezieht sich nicht nur auf die beiden Baukörper. Auch die beiden Baufrauen fanden sich in dieser Entwurfsidee wieder. Zwei eigenständige Baukörper, die erst in ihrer Verbindung zu einem Ganzen werden.
Ortskontext – An der Donau
Gutenstein liegt erhöht direkt neben der dort tief eingeschnittenen Donau. Wie der Ortsname bereits vermuten lässt, steht die Ortschaft auf einem Felsen. Der Baugrund besteht aus massivem Kalkstein. Daher berieten wir die Bauherrinnen, auf einen Keller zu verzichten. Stattdessen wurde die Garage großzügiger geplant und um ein Holzlager sowie zusätzliche Lagerflächen erweitert.
Nachhaltigkeit
Wie bei jedem unserer Gebäude versuchen wir, auf erdölbasierte Baustoffe zu verzichten. Gleichzeitig behalten wir den CO₂-Fußabdruck sowie die spätere Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Materialien im Blick. Unsere bevorzugten Baustoffe sind häufig kostenintensiver als konventionelle Alternativen. Deshalb gelingt es nicht immer, die Bauherrschaft vollständig davon zu überzeugen. Umso mehr freut es uns, dass dieses Haus weitgehend nach unseren Nachhaltigkeitsprinzipien realisiert werden konnte. Die Massivholzkonstruktion blieb im Innenraum vollständig sichtbar und wurde in hoher Sichtqualität ausgeführt. Die Holzoberflächen erhielten ausschließlich einen wasserbasierten UV-Schutz. Die Bodenplatte wurde auf einem Glasschaumschotterbett gegründet und mit einer Bauteilaktivierung inklusive Fußbodenheizung ausgeführt. Auch die Betonmischung wurde hinsichtlich Zement, Sand und Körnung auf den später geschliffenen Estrich im Obergeschoss abgestimmt, sodass beide Oberflächen eine nahezu identische Optik erhielten. Wir sehen es als unsere Verantwortung, klimagerechte Lösungen im Bausektor zu entwickeln und umzusetzen. Holz ermöglicht es, nachhaltig und gleichzeitig ästhetisch zu bauen. Wir hoffen, mit diesem Projekt weitere Menschen für diesen Baustoff begeistern zu können.
Bauweise
Die Außenwände wurden als Holzrahmenkonstruktion mit 120 mm Konstruktionsvollholz und Zellulosedämmung ausgeführt. Holzweichfaserplatten sowie eine hinterlüftete Weißtannenschalung in Schwarz und Vorvergrau bilden den Fassadenabschluss. Die unterschiedlichen Fassadenmaterialien unterstreichen das Entwurfskonzept zweier miteinander verbundener Baukörper. Das Dach basiert auf einer klassischen Ziegelkonstruktion. Brettschichtholzelemente mit Holzweichfaserbeplankung, Hinterlüftung und Ziegeldeckung bilden den konstruktiven Aufbau. Den Abschluss bildet eine vollflächige Weißtannenschalung, die bündig um die integrierte Photovoltaikanlage geführt wurde.
Zusammenarbeit
Die Familie der Bauherrinnen war maßgeblich am Bau beteiligt. Die Fenster wurden vom familieneigenen Fensterbaubetrieb in Imst (Österreich) gefertigt. Abdichtungs- und Fliesenarbeiten sowie Teile der Sanitärinstallation wurden in Eigenleistung auf Grundlage unserer Planung umgesetzt. Vater und Tochter schliffen gemeinsam die Beton- und Estrichböden, unterstützt durch die Beratung des Estrichlegers. Durch dieses außergewöhnliche Engagement konnten die Baukosten vergleichsweise niedrig gehalten werden.
Innenraumkonzept
Bei HI Architektur entwickeln wir Architektur und Innenarchitektur als ganzheitliches Konzept. Deshalb entstanden auch bei diesem Projekt zahlreiche maßgefertigte Einbaumöbel aus Fichte, die das Tragwerk gestalterisch fortführen. Der Vater der Bauherrinnen fertigte einen Teil dieser Möbel nach unseren Plänen selbst an. Die Auswahl der Küchen und weiterer Möbel erfolgte gemeinsam mit Behr Einrichtung. Ein besonderes Detail ist die Küche: Ihre Fronten dienen gleichzeitig als Absturzsicherung der Galerie und verbinden Funktion mit Gestaltung.
Fotografie: Jürgen Pollak
Inneneinrichtung: Behr Einrichtung
























